Amtsblatt Malsch

BI Lebensraum Schluttenbach e.V.

Bericht über die Veranstaltung „Energiewende im Einklang mit Mensch und Natur“ vom 09.05.14
Vors. Rolf Johmann begrüßt zahlreiche Gäste im Gemeinschaftshaus, darunter OB Johannes Arnold in seiner Eigenschaft als Vors. des NVK, BM Thomas Fedrow, Ortsvorst. Heiko Becker und Sabine Lampe, Landesvorsitzende des lvbw-bi-wka.

Dipl.-Ing. Jörg Trippe, beschrieb im Eingangsreferat die energiepolitischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er führte aus, dass sich die Gesamtbelastung der Strompreise durch Steuern und Abgaben (ohne Mehrwertsteuer) nach Inkrafttreten des erneuerbaren Energiengesetzes EEG allein in den letzten 10 Jahren verdreifacht hat.
Im Jahr 2014 müssen die Verbraucher 23,6 Mrd. im Jahr für EEG-Subventionen bezahlen und es bestehen bereits feste Subventionsverpflichtungen in Höhe von € 250 Mrd. für die nächsten 20 Jahre.
Baden-Württemberg sei zudem für Windkraftanlagen der schlechteste, weil windärmste Standort. An unseren Hangkanten würde sich Windkraft nicht mal unter Beachtung der Subventionen wirtschaftlich darstellen lassen. Er verwies darauf, dass Deutschland aufgrund der Überproduktion grünen Stromes im Norden, Strom ans Ausland verschenkt, um ihn in Bedarfszeiten teuer zurück zu kaufen. Ergänzend meinte er, dass das moderne Gaskraftwerk im Karlsruher Hafen und das dortige soeben fertig gestellte Kohlekraftwerk wegen des ungeregelten Grünstroms kaum oder gar nicht betrieben würden.
Allein mit diesen beiden Kraftwerken könnten 265 moderne Windkraftanlagen „eingespart“ werden. Zur Klimaschutzdiskussion erklärte er, dass rein rechnerisch alle erneuerbaren Energien in Deutschland den globalen Temperaturanstieg, soweit er überhaupt stattfindet, bis 2100 nur um 5 Tage hinauszögern könnten.
Der umweltschonendere, wirtschaftlich vernünftige Weg, sei die Einsparung von Energie und die energetische Sanierung, was er anhand von konkreten Beispielen nachwies.
Mit nur 10 % des jährlichen Fördergeldes für erneuerbare Energien könnten sämtliche Altbauwohnungen mit 30 % staatlichem Zuschuss saniert werden unter Einsparung von fossilen Energieträgern und unter positivem Effekt für das lokale Handwerk.
Abschließend bemerkte Herr Trippe, dass selbst nach Auskunft des Anlagenbeirats im Bundesverband Windenergie viele Anleger mit Wind-Investments ihr Geld verbrennen.

Im zweiten Vortrag beschrieb Dipl.-Oec. troph. Bettina Haßler von der BI Lebensraum die wunderschöne Tierwelt Schluttenbachs und der Hangkanten von Ettlingen bis Malsch und die umfangreiche Arbeit zur Artenschutzdokumentation.
Die BI habe in 2012 leider feststellen müssen, dass es nach den offiziellen Kartierungen und Feststellung der Behörden bei uns keine geschützten Arten, weder als Standvögel noch als Zugvögel, gegeben habe. Man habe sich zum Fürsprecher der Tierwelt und zum Artenschutz verpflichtet gefühlt, da sämtliche Hangkanten durch die Suchplanungen für Windkraftanlagen unmittelbar gefährdet waren und damit der Lebensraum der Tiere und der Naherholungsraum der Menschen.
Die Hangkanten mit den teilweise dichten Wäldern und die Streuobstwiesen sowie die Benjeshecke hätten zu einem regelrechten Refugium für viele bedrohte Tierarten geführt. Allein zwischen Ettlingen und Malsch sind 1/6 der streng geschützten und europaweit gefährdeten Arten heimisch wie Rotmilan, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Wanderfalke, Baumfalke, Wespenbussard, Schwarzspecht, Grauspecht, Habicht, Sperber und viele andere.
Die Brutstätten und der Lebensraum dieser Tiere sind nach der EG Vogelschutzrichtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz von allen Beeinträchtigungen freizuhalten,  so Frau Haßler.
Mit großem zeitlichen Aufwand und einer immer verbesserten Technik konnten zeitaufwändige Dokumentationen erstellt werden, die den Naturschutzbehörden und den Planungsbehörden übergeben wurden. Die von Anfang an vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit den Nachbar-BIs in Sulzbach, Völkersbach bis Freiolsheim habe zu einer institutionalisierten Beobachtungskette geführt.
So seien Teams aus allen BIs unterwegs und würden gemeinsame zeitgleiche Beobachtungen anstellen. Diese Beobachtungen würden dokumentiert und den Behörden weiter zur Verfügung gestellt.

Frau Haßler schloss ihren Vortrag mit beeindruckenden Bildern der wunderschönen Tierwelt unserer Heimat.
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Amtsblatt Malsch – 20.09.12

Amtsblatt Malsch – 16.08.12
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