Auflösung und Format

Rotmilan-Raster-Bettina-Hassler

4.1 Bildauflösung 

Die Bildauflösung ist ein umgangssprachliches Maß für die Bildgröße einer Rastergrafik. Sie wird durch die Gesamtzahl der Bildpunkte oder durch die Anzahl der Spalten (Breite) und Zeilen (Höhe) einer Rastergrafik angegeben.

Die Grafikgröße kann in zwei Varianten dargestellt werden:

  1. als Gesamtanzahl der Bildpunkte; dies ist zum Beispiel in der Digitalfotografie mit der Einheit Megapixel („Millionen Bildpunkte > MP“) üblich.
  2. als Anzahl Bildpunkte je Zeile (horizontal) mal Anzahl Bildpunkte je Spalte (vertikal). Die Angabe erfolgt dann z. B. als „1024 × 768“ und entspricht oft einem Grafikstandard. 

Die Standardauflösung bei DSLRs sind mindestens acht Millionen Pixel – Spitzenmodelle schaffen mehr als das Doppelte. Aber auch sechs Megapixel einer Spiegelreflex sehen meist deutlich besser aus als acht Megapixel einer Kompaktkamera. Und schon acht Millionen Pixel reichen für jede Anwendung – außer vielleicht für einen Posterdruck in Lebensgröße. Mehr Pixel machen dann Sinn, wenn man nachträglich am Computer Bildausschnitte vergrößert.

TIPP: Hinsichtlich Auflösung (Pixelanzahl) gibt es nur eine Empfehlung: Das max. mögliche der Kamera einstellen. Runterrechnen können Sie später noch und die Kamera wird auch nicht unbedingt schneller, wenn Sie die Pixelanzahl reduzieren. Ich fotografiere mit einer Auflösung von 5750 x 3840 Pixeln.
Vorteil: Sie können Ausschnitte aus dem Foto herausarbeiten, z.B. ein Objekt näher heran holen und auch der Ausschnitt besitzt dann noch eine optimale Qualität.

4.2 Grafikformat

Ein Grafikformat ist ein Dateiformat, das den Aufbau einer Bilddatei beschreibt. Es gibt zwei Formate, die ich vorstellen möchte, JPEG und RAW.

4.2.1 JPEG

JPEG ist die gebräuchliche Bezeichnung für die 1992 vorgestellte Norm ISO/IEC 10918-1 bzw. CCITT Recommendation T.81, die verschiedene Methoden der Bildkompression beschreibt. Die Bezeichnung „JPEG“ geht auf das Gremium Joint Photographic Experts Group zurück, das die JPEG-Norm entwickelt hat.

Die Vor- und Nachteile der jpg-Dateien erschließen sich oftmals erst auf den zweiten Blick. Ein Vorteil von jpg-Dateien ist allerdings ganz offensichtlich, und zwar die allgemeine Bekanntheit und die große Verbreitung dieses Formats. Eigentlich kennt jeder, der etwas mit Computern zu tun hat oder der einfach nur im Internet Dateien versendet, die jpg-Dateien. Dies geht sogar soweit, dass einige Leute nur noch von jpgs reden, die man verschicken soll und das Wort Bilder in diesem Zusammenhang gar nicht mehr verwenden.

Ein weiterer Vorteil von jpg-Dateien, was sicherlich auch zu der oben bereits erwähnten Verbreitung geführt hat, ist die eigentliche Eigenschaft von jpg-Dateien, nämlich die Komprimierung von Dateien. Durch die Komprimierung einer Datei zu einer jpg-Datei, ist die Versendung von Daten über das Internet einfacher und schneller. Hierdurch ist unter der Verwendung von jpg-Dateien eine deutliche Effizienzsteigerung zu sehen.

Die Verarbeitung von JPEG-Daten, gerade beim Überspielen von JPEG-Fotos von der Kamera, ist besonders einfach. Man benötigt keinen Konverter, um JPEG-Daten auf dem Bildschirm anzuzeigen oder zu verarbeiten.

Man darf hier natürlich die Nachteile der jpg-Dateien nicht vergessen. Bei allen Vorteilen von jpg-Dateien, die bereits erwähnt wurden, werden gleichzeitig die Nachteile deutlich. Durch die Komprimierung der Daten zu jpg-Dateien entsteht, durch das Verfahren bedingt, ein Qualitätsverlust. Dies ist im Prinzip auch nicht verwunderlich, da die größere Datenmenge in anderen Formaten meist durch etwas bedingt sein muss. Aus diesem Grund sind jpg-Dateien für Text und harte Farbübergänge eher schlecht geeignet.

Die jpg-Dateien jedoch durchgesetzt, denn der Qualitätsverlust bei der Komprimierung ist für das menschliche Auge im Prinzip gar nicht wahrzunehmen. Die Vorteile von jpg-Dateien sind bei weitem deutlicher, nämlich die internationale Bekanntheit und die bessere und schnellere Versendung via Internet aufgrund der Komprimierung in jpg-Dateien. Bei wirklich anspruchsvollen Daten, die durch die Komprimierung zu jpg-Dateien ihren Zweck verlieren, muss man freilich auf andere Formate zurückgreifen. Da dies aber im alltäglichen Verkehr nicht so häufig auftritt, überwiegen die Vorteile der jpg-Dateien.

TIPP: Falls Sie ein JPEG-Foto immer wieder bearbeiten, gehen beim Speichern des Fotos jedes Mal Daten verloren, da eine JPEG-Datei beim Speichern immer wieder komprimiert wird. Sofern die Bearbeitung noch nicht abgeschlossen ist, wählen Sie ein anderes Format, z.B. „tif“ zum Ablegen der Datei.

4.3 RAW

Viele Fotografen ziehen es vor, RAW-Dateien aufzunehmen und zu speichern. Dabei werden alle Sensordaten mit minimaler Verarbeitung gespeichert. Der Vorteil von RAW-Dateien ist, dass Sie viele Entscheidungen im Nachhinein am Computer treffen können.

RAW-Daten sind wie Diamanten: Sie bilden ein wertvolles Rohmaterial, aus dem sich ein prächtiges Ergebnis entwickeln lässt. Und zum Glück sind sie weniger selten: Denn nicht nur Spiegelreflexkameras können ihre Fotos als Rohdaten speichern, auch viele Megazooms wie z.B. die gängigen Bridge-oder System-Kameras beherrschen dieses Bildformat.

4.3.1 RAW liefert mehr Bildqualität

Der Vorteil von RAW-Daten gegenüber den üblichen, als JPEG komprimierten Fotodateien ist ihr größerer Informationsgehalt.
Dies zeigt ein kleines Rechenbeispiel: Eine RAW-Datei beispielsweise der Pentax K20D bietet eine Farbtiefe von 12 Bit. Das heißt, sie speichert pro Rot-, Grün- oder Blaukanal jeweils 4.096 Helligkeitswerte (2 hoch 12). Dies ergibt fast 69 Milliarden (68.719.476.736) mögliche Farbwerte. Ein JPEG dagegen enthält 8 Bit und kommt „nur“ auf 16.777.216 Farbwerte. Doch nicht nur deshalb eignen sich RAW-Daten besser für die Bildbearbeitung – während ein JPEG beispielsweise durch die Tonwertkorrektur oder einen Weißabgleich an Qualität einbüßt, macht dies der RAW-Datei wenig aus.

TIPP: Falls Ihre Kamera anbietet, beide Formate gleichzeitig zu speichern, wählen Sie JPEG-und RAW-Fotos aus. Die JPEG-Fotos dienen zur schnellen Sichtung, die RAW-Fotos zur späteren (Fein)-Bearbeitung. 

4.3.2 Digitale Dunkelkammer 

Das Geheimnis der besseren Bildqualität liegt in der Kamera: Die RAW-Daten sind nämlich zunächst nichts anderes als die Lichtwerte, die der Sensor aufnimmt. „RAW“ bedeutet auf deutsch „roh“. JPEGs werden direkt in der Kamera bearbeitet, geschärft und auf 8 Bit reduziert. Bei RAW-Dateien übernimmt diese Schritte der Fotograf am Rechner. Die Nacharbeit in der Software dauert zwar etwas länger. Dafür hat man aber freie Hand, die Bilder in Farben, Helligkeit und Schärfe frei zu gestalten. Nicht umsonst spricht man bei der RAW-Bearbeitung analog zur Dunkelkammer vom Entwickeln der Fotos – damit können Sie nachträglich mehr aus Ihren Aufnahmen machen und eventuelle Fehler einfach ausbügeln.

4.3.3 Jeder Hersteller hat ein eigenes RAW-Format

Um die RAW-Bilder am Rechner zu entwickeln, ist ein so genannter RAW-Konverter nötig. Denn nicht jede Software, die JPEGs anzeigt, kann auch mit Rohdaten umgehen. Der Grund: Jedes Kameramodell hat ein eigenes RAW-Format. Canons RAW-Format erkennt man an der Endung .CR2 – oder an .CRW für die älteren Modelle. Nikon speichert seine Rohdaten im .NEF-, die Alpha-Modelle von Sony ihre im .ARW-Format.

Auf jeden Fall muss der Hersteller eines RAW-Konverters ein neues Kameramodell analysieren und kann erst danach die Software aktualisieren. Die Updates sind jedoch in der Regel kostenlos und lassen sich von der Hersteller-Webseite laden. Sind die Bilder dann in den RAW-Konverter importiert, können Sie diese mit Werkzeugen für den Weißabgleich, die Helligkeit und vieles mehr bearbeiten.

TIPP: Als ADOBE-Fan komme ich wieder auf ADOBE Photoshop Lightroom.
Photoshop Lightroom ist mehr als nur ein RAW-Konverter. Neben der gleichen RAW Engine wie in Photoshop selbst ist in Lightroom zusätzlich eine Bilddatenbank enthalten, mit der sich die Fotos ausführlich beschriften, sortieren und verwalten lassen. Auch kann das Programm die Fotos samt Metadaten automatisch sichern. Als Zugabe gestaltet Lightroom noch Diashows und Webgalerien und bietet viele Möglichkeiten für den Druck von Kontaktbögen und Einzelbildern. 

Eine günstigere, jedoch gute Empfehlung ist ADOBE Photoshop Elements ( Nr. 12 ist die neuste Version) mit einem eigenen RAW-Konverter. Hier ein Link zu AMAZON, dort finden Sie auch eine Beschreibung des Programms.

TIPP: Kommt eine neue Programm-Version auf den Markt, sind die älteren Versionenen meist kostengünstiger zu beziehen (oder sogar kostenlos) und reichen vom Funktionsumfang immer aus!

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