FE / FW Ettlingen – Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten

Antworten nach Eingangsdatum sortiert

Jürgen Maisch

Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion FE / FW
und Kandidat für den Gemeinderat bei der Wahl am 26.05.2019

Sehr geehrte Frau Schellmann,
sehr geehrte Frau Haßler,
sehr geehrte Mitglieder der BI Lebensraum Schluttenbach,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die schönen Fotos, den Filmtipp am 15.05. in der Kulisse, und das Interesse an unserer Politik.
Gerne beantworten wir Ihre Fragen und bedanken uns für die Gelegenheit die Position von fwfe zum Umgang mit der Natur im Allgemeinen und zum Kreuzelberg im Besonderen deutlich zu machen.

Voraus schickend möchten wir Sie wissen lassen, dass wir Ihre Darstellungen und Ihre Sorgen um die Landschaft und Natur, insbesondere im Bereich der Schwarzwaldvorbergzone, in vollem Umfang teilen.

Von uns kam z.B. in diesem Zusammenhang Ende 2018 der Antrag, zumindest mal auf einer relativ kleinen Waldfläche einen Bannwald einzurichten.  Dies wurde von der Gemeinderatsmehrheit leider abgelehnt. Wir waren u.a. seinerzeit auch für eine Reduzierung des jährlichen Holzeinschlags in unserem Wald. Wir waren für ein sofortiges Glyphosatverbot, was mehrheitlich leider auch abgelehnt wurde.
Ebenso wurde unsere Forderung nach mehr Flächen für Kleingehölze und Hecken auf Ettlinger Pachtflächen abgelehnt.
Übrigens wurden auch Planungen für ein Solarkraftwerk beim heutigen Häckselplatz an der Autobahn bei Bruchhausen abgelehnt. Damit hätte man Strom für ca. 25% der Ettlinger Haushalte erzeugen können.
Die GR-Protokolle dazu finden Sie auf der Website von Ettlingen.

Die fwfe-Fraktion ist mehrheitlich gegen WKA auf dem Kreuzelberg (und den benachbarten Gipfeln) und gegen die Ausweisung eines Vorranggebietes. Unsere Fraktion ist sich daher auch darüber einig, dass man die Erzeugung von regenerativer Energie – im Rahmen der örtlichen und technischen Möglichkeiten – auch auf lokaler Ebene vorantreiben muss. Was heute noch nicht vorstellbar ist, kann morgen schon Standard sein. 

Wir hätten als einen ersten Schritt gerne ein Solarkraftwerk auf Ettlinger Gemarkung. Geeignete Flächen gäbe es. Zudem gibt es noch sehr viel ungenutztes Potential im Bereich der Fotovoltaik auf Hausdächern und anderen geeigneten Gebäuden. Auch im Bereich der Energieerzeugung durch Biomasse, z.B. von unseren vielen Häckselplätzen gibt es noch Luft nach oben. Und sehr viel gemähtes Gras verrottet auf den Wiesen und versauert die Böden, anstatt damit Bioenergie zu erzeugen. Wir sind an diesen Themen dran.

Ich persönlich bin nicht grundsätzlich gegen Windkraft auf dem Kreuzelberg, dazu stehe ich. Wegen der vergleichsweise geringen Windhöffigkeit glaube ich jedoch nicht, dass ein Investor dort eine WKA errichten würde, da es in der Region wesentlich geeignetere Flächen gibt. Zudem basiert der Wert der Windhöffigkeit bisher nur auf einem Rechenmodell und müsste zuvor über einen längeren Zeitraum aufwändig gemessen werden. Schon diese technischen und finanziellen Hürden dürften Interessenten angesichts viel besserer Alternativen abschrecken.

Zu meiner Person möchte ich noch sagen, dass ich unserere Heimat und unserer Natur sehr verbunden bin. Ich bin in Ettlingenweier aufgewachsen und bewirtschafte nachhaltig mehrere Streuobstwiesen im Bereich Ettlingenweier und Oberweier. Schon von meiner frühen Kindheit an war ich bei jeder Gelegenheit in unserem Wald unterwegs, wo ich zumindest im Bergwald jeden Winkel kennen dürfte. Der Erhalt unserer Flora und Fauna liegt mir sehr am Herzen. Und natürlich würde mir eine WKA auf dem Kreuzelberg, die ich zudem auch von unserem Zuhause hier in Schluttenbach aus sehen würde, rein optisch auch nicht gefallen. Dennoch habe ich mich, wie  fast der gesamte Ortschaftsrat von Ettlingenweier, die Fraktion der Grünen im Gemeinderat, sowie Teile der Fraktionen der SPD und von uns,  für die Ausweisung eines Vorranggebietes ausgesprochen.

Beim Thema Vorranggebiet im Bereich des Kreuzelberges gilt es nämlich auch zu berücksichtigen (was oft zu kurz kommt), dass es für einen Investor künftig theoretisch möglich sein wird überall auf Ettlinger Gemarkung WKA zu errichten, wenn es kein ausgewiesenes Vorrangebiet gibt. Denkbar wären hier z.B. alle anderen Gipfel im Bereich der Vorbergzone, oder auch die Windwiesen auf Spessarter Germarkung. Das will natürlich auch niemand. Ebenso möchten wir uns nicht irgenwann von Stuttgart diktieren lassen, wo wir dann überall WKA zulassen müssen.

Abschließend möchte ich Sie noch wissen lassen, dass ich natürlich gegen WKA bin, wenn dadurch gesundheitliche Gefahren für die Bürger drohen. Außerdem fordere ich, dass die Betreiber von WKA vor Baubeginn bereits Rücklagen für einen 100% Rückbau der Anlage nachweisen müssen.

Aber nun zu Ihren Fragen, die ich im Sinne der Fraktionsmehrheit gerne beantworten werde:

I.1:
Unsere Naherholungsgebiete sollen natürlich nicht „geopfert“ werden, es bleibt jedoch zu bedenken, dass auch alternative Lösungen u.U. einen gewissen Flächenverbrauch auslösen.

I.2:
Sollte jemals eine WKA auf dem Kreuzelberg, oder andereswo in Ettlingen, eine WKA errichtet werden, sind wir nicht bereit dafür „begründete“ Gesundheitsrisiken in Kauf zu nehmen.

II.1:
Ja

II.2:
Ja

II.3:
s.o.

III.1:
Ja. Unser Fraktionsmitglied, Herr Rebmann, hat dazu eine beeindruckende Rede vor dem GR gehalten. Natürlich sollen keine Vögel oder andere Tiere der Errichtung von WKA geopfert werden.

III.2:
siehe vorherige Antwort.

IV.1:
s.o.

IV.2:
Mehrheitlich ja.

IV.3:
Mehrheitlich ja.

Falls Sie noch weitere Fragen haben, sollten scheuen Sie sich bitte nicht uns erneut zu kontaktieren. Informationen zu unserer politischen Arbeit und unseren Zielen finden Sie auch im Internet unter www.fwfe.de.

Oder sprechen Sie mich einfach an. Sie erreichen mich tagsüber unter
Tel. 07243 3200 320.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Maisch
Für die Fraktion fwfe im Ettlinger Gemeinderat